Treffen der Euregio-Kammern

Treffen der Euregio-Kammern

Europäisches Forum Alpbach
Datum

Am vergangenen Wochenende fand im Tiroler Bergdorf Alpbach ein Treffen der Führungsspitzen der Wirtschaftskammer Tirol sowie der Handelskammern von Bozen und Trient statt. Neben dem Themenschwerpunkt zur Wirtschaftslage in den jeweiligen Gebieten standen für die Teilnehmer/innen verschiedene Veranstaltungen des Europäischen Forums Alpbach auf dem Programm. 

Ziel der regelmäßigen Treffen der Wirtschaftskammer Tirol und der Handelskammern von Bozen und Trient ist es, wichtige Zukunftsthemen der Euregio voranzutreiben und die Zusammenarbeit zwischen den drei Landesteilen zu stärken.

Beim bereits 25. Treffen am vergangenen Wochenende im Tiroler Alpbach tauschten sich diese vor allem zur wirtschaftlichen Lage und Konjunktur in Tirol, Südtirol und dem Trentino aus. Im Besonderen ging es um den demografischen Wandel und seine Auswirkungen auf die Euregio sowie den Abbau bürokratischer Belastungen für die Unternehmen.

„Die Euregio zeigt, welches Potenzial in grenzüberschreitender Zusammenarbeit steckt. Gerade angesichts des demografischen Wandels müssen wir unsere Kräfte bündeln, das Fachkräftepotenzial gemeinsam nutzen und unseren Wirtschaftsstandort über Grenzen hinweg stärken. Gleichzeitig gilt es, Betriebe von unnötiger Bürokratie zu entlasten“, unterstrichen Barbara Thaler, Präsidentin der Wirtschaftskammer Tirol sowie Michl Ebner und Andrea De Zordo, Präsidenten der Handelskammern von Bozen und Trient.

Die Handelskammer Bozen präsentierte anschauliche Zahlen zur Unternehmensnachfolge: Demnach gibt es in Südtirol mehr als 7.000 übergabefähige Betriebe, deren Firmenleitung älter als 62 Jahre ist. Es gilt unter anderem, die heimischen Unternehmen für eine rechtzeitige Übergabe zu sensibilisieren und alternative Übergabeformen aufzuzeigen.
Zum Thema Fachkräftemangel wurde die Initiative „Talente Aperitivi“ der Handelskammer Bozen vorgestellt: Beim Netzwerktreffen lernen Studierende im In- und Ausland heimische Unternehmen und deren Tätigkeitsfelder kennen. Umgekehrt entdecken die Betriebe Kompetenzen und Potentiale von Studentinnen und Studenten.

Die Wirtschaftskammer Tirol hob die Notwendigkeit hervor, bei der Umsetzung europäischer Vorgaben auf nationaler und regionaler Ebene selbstbewusster vorzugehen. Die EU selbst zeigt mit „Stop the Clock“ und den Omnibus-Paketen, dass Regeln verschoben, entschärft und nachgebessert werden können. Gerade deshalb sollten Mitgliedstaaten europäische Vorgaben nicht vorschnell oder über das notwendige Maß hinaus umsetzen. Wenn sich bereits abzeichnet, dass auf europäischer Ebene nochmals nachgebessert wird, braucht es mehr Mut zur Stopptaste.

Die Handelskammer Trient zeigte bei der Arbeitssitzung auf, dass der Rückgang der Geburten, der nur teilweise durch Migrationsströme abgefedert wird, zu einer fortschreitenden Überalterung der Bevölkerung führt. Dies ist verbunden mit einem steigenden Anteil der über 65-Jährigen bei gleichzeitigem Rückgang der jüngeren und erwerbstätigen Bevölkerungsgruppen. Die Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft sind bereits deutlich spürbar: Im Jahr 2025 lag der Anteil der Unternehmen, die Schwierigkeiten bei der Personalbeschaffung hatten, bei 54,7 Prozent – ein erstes greifbares Anzeichen für den Mangel an jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Ohne strukturelle und rechtzeitige Maßnahmen wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in der Provinz Trient bis 2040 schätzungsweise um etwa 25.000 Personen zurückgehen (-9 Prozent).

Im Zuge des Treffens besuchten die Führungsspitzen der Euregio-Kammern verschiedene Veranstaltungen des Europäischen Forums Alpbach: Am Samstag, 29. August war dies die Preisverleihung des „Jungforscher/innenpreises 2026“ und des „Euregio-Innovationspreises 2026“, die von den Kammern mitfinanziert werden.

Am Sonntag, 30. August stand der landesübliche Empfang und der Euregio-Summit auf dem Programm, bei dem diskutiert wurde, wie Regionen und die EU durch Kooperation Innovationen vorantreiben und Europa langfristig wettbewerbsfähig halten.

Das Europäische Forum Alpbach steht heuer vom 24. August bis 4. September unter dem Generalthema „How Europe wins“ und geht den Fragen nach, ob Europa derzeit auf der Siegerstraße ist und ob Europa in den entscheidenden Fragen überhaupt noch gewinnen kann.

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