Handelskammer Bozen
Wirtschaft = Zukunft

Miriam Leopizzi

Mit Bescheidenheit und Zielstrebigkeit aufsteigen

Miriam Leopizzi ist mit zwei großen Leidenschaften aufgewachsen: Pädagogik und Sprachen. Gleichzeitig liebt sie aber auch die Mathematik; daher hatte sie sich nach der Mittelschule für den Besuch des Realgymnasiums mit sprachlicher Ausrichtung entschieden. Nach der Matura beschloss sie jedoch, im pädagogischen Bereich weiter zu studieren; tatsächlich erzielte sie dann auch ihren Hochschulabschluss in Erziehungswissenschaften. Im Laufe der Jahre besuchte sie zahlreiche Spezialisierungskurse.

Heute besitzt Miriam Leopizzi eine kostbare Berufserfahrung: Sie kam als Pädagogin zu Casa Bimbo Tagesmutter, wo sie nach wenigen Monaten Leiterin des pädagogischen Bereiches wurde. Miriam Leopizzi konnte sich bald in die Grundsätze der Sozialgenossenschaft hineinversetzen und wurde daher Mitglied. 2014 wurde sie zur Präsidentin der Sozialgenossenschaft Casa Bimbo Tagesmutter gewählt - heute ist sie Geschäftsführerin.

Sind Sie als Frau in Ihrer Laufbahn auf besondere Hindernisse gestoßen?

Zum Glück nein. Ich war immer im pädagogischen Bereich tätig und habe in Situationen gearbeitet, in denen die Zielerreichung wichtiger als der Unterschied zwischen den Geschlechtern war.

Zurzeit arbeiten Sie ausschließlich unter Frauen. Wie erleben Sie diese berufliche Situation?

Es gibt zwar keine geschlechtsspezifischen Unterschiede, doch ist es trotzdem nicht immer einfach, in einer rein weiblichen Berufswelt zu arbeiten. Ich glaube nämlich, dass vor allem auf bestimmten Ebenen ein gewisser Neid unter Frauen selbstverständlich ist. Oft erleben Frauen berufliche Probleme auf sehr persönliche Weise, was einen konstruktiven Austausch erschwert.

Aber es gibt doch sicherlich auch positive Aspekte...

Sicher doch! Ein weibliches Umfeld birgt auch viele positive Aspekte. Ich glaube an die Gleichung „Mehr Frauenköpfe = mehr Ergebnisse“. Außerdem verstehen wir es, im richtigen Maße kritisch zu sein.

Mussten Sie besondere Herausforderungen bewältigen, um in Ihre Position aufzusteigen?

Eine sehr große persönliche Herausforderung begann für mich mit der Vollversammlung von Casa Bimbo, als ich zur Präsidentin ernannt wurde. Die Genossenschaft hat mir viele wichtige Werte übermittelt. Ich habe sie übernommen, ausgebaut und mit den anderen Mitgliedern für die Zukunft und das Wohl der Genossenschaft geteilt. Wenn das keine Herausforderung ist...

Heute – denke ich – gehört die Herausforderung zu Ihrem Alltag.

Ganz genau, ich lerne jeden Tag etwas Neues, um mein Amt auch immer besser auszuüben. Es handelt sich um eine Rolle mit vielen Kompetenzen, die mir zuvor unbekannt waren. Meine alltägliche Herausforderung liegt darin zu sehen, was ich erreichen kann.

Hatten Sie einen Mentor bzw. eine Mentorin oder ein Vorbild für Ihren Erfolg?

Ich stütze mich heute vor allem auf zwei Grundpfeiler. Zunächst einmal lehne ich mich an Confcooperative, unseren Dachverband, an, der mich täglich in meiner neuen Rolle konkret unterstützt. Und dann ist da noch Stefania Badalotti. Sie haben mich zu dem gemacht, was ich bin und sind gleichzeitig meine Vorbilder.

Erzählen Sie mir von Stefania Badalotti.

Sie trat als Tagesmutter in die Genossenschaft ein und wurde sehr bald deren Leiterin. Vor fünf Jahren wurde sie dann zur Präsidentin und Geschäftsführerin gewählt. Im Mai 2013 trat sie den Vorsitz ab und konzentrierte sich vor allem auf die Führungsrolle. Sie kennt sehr gut die Tätigkeiten und die Grundsätze unserer Genossenschaft und ist daher die beste Person, von der ich lernen kann.

Eine weibliche Führung für Casa Bimbo. Wie managen Sie Ihre Zusammenarbeit?

Wir haben eine perfekte Balance als Menschen, Frauen und Kolleginnen gefunden. Unser Verhältnis ist sehr gut, weil wir unsere Rollen gemeinsam teilen, vor allem aber weil wir dieselben Wertvorstellungen haben: Vertrauen, Kommunikation und Transparenz.

Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?

Zunächst einmal Bescheidenheit. Ich war schon immer sehr transparent und entschlossen. Die Mitglieder von Casa Bimbo haben mir wahrscheinlich ihr Vertrauen geschenkt, weil ich immer für sie da bin und beschlossen habe, ihren Bedürfnissen und Schwierigkeiten Gehör zu schenken.

Hätten Sie für die Frauen, die eine unternehmerische Tätigkeit beginnen möchten, einen guten Tipp?

Wenn Sie wirklich etwas unternehmen wollen, werden Sie auch Ihr Bestes geben, um Ihr Ziel zu erreichen. Legen Sie die Angst beiseite und machen Sie mit Mut und Entschlossenheit weiter. Vergessen Sie nie, wie wichtig es ist, ein persönliches Gleichgewicht zu wahren! Hören Sie auch auf Ihre Mitmenschen, tragen Sie Ihre Verantwortung und die entsprechenden Folgen. Bleiben Sie immer Sie selbst, ändern Sie nicht Ihre Wesensart, um eine Stellung zu erreichen. Vergessen Sie nicht, dass wir nie ausgelernt haben und dass Demut oft das Wichtigste ist.

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