Handelskammer Bozen
Wirtschaft = Zukunft

12 Regeln für den Kooperationserfolg

Es gibt kein Patentrezept für das gute Gelingen einer Kooperation. Jede Art der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen hat ihre Eigenheiten und wird im Wesentlichen von ihren Akteuren gesteuert. Die Erfahrung hat gezeigt, dass für eine erfolgreiche Bildung und Umsetzung einer Kooperation grundsätzlich folgende Regeln zu beachten sind:
  1. Gute Vorarbeit
    Erfolg oder Misserfolg einer Kooperation werden im Wesentlichen vom Umfang und der Qualität der Vorarbeit zur Bildung einer Kooperation bestimmt – besondere Sorgfalt ist dabei bei der Suche und Auswahl der Partner angebracht.  
  2. Auf die Partner kommt es an
    Es ist wichtig, jene Partner zu finden, deren Interessen und Ziele mit den eigenen vereinbar sind.  
  3. Klare und realistische Ausgangsvorstellungen
    Neben der Übereinstimmung der Partner in den Zielen und Erwartungen sind weitere Gemeinsamkeiten notwendig: die Einschätzung des anfänglichen und laufenden Ressourcenbedarfs, vereinbarte Vorstellungen über die Form der Zusammenarbeit sowie über die Aufteilung der Aufgaben und Verantwortungen.
  4. Definition der Ziele und Aufgaben der Kooperation
    Zuerst muss Klarheit über die Ziele und Aufgaben der Kooperation geschaffen werden und jeder Partner sollte sich mit diesen identifizieren können. Erst dann ist es sinnvoll, sich über die Form und rechtliche Gestaltung der Zusammenarbeit Gedanken zu machen.
  5. Vertrauensatmosphäre
    Der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen den Partnern ist unverzichtbar für den Kooperationserfolg. Das soll kein blindes, sondern ein kritisches Vertrauen in die Leistungsstärke und Zuverlässigkeit der Partner sein. Vertrauen muss wachsen und entsteht schrittweise durch die Pflege der persönlichen Kontakte.
  6. Gleichgewicht der Partner
    Alle wichtigen strategischen Entscheidungen für die Kooperation müssen gemeinsam getroffen werden und der Ressourceneinsatz der Partner (Zeit, Geld, Know-how und so weiter) sollte annähernd gleichwertig sein. Das schließt nicht aus, dass Unternehmen unterschiedlicher Größe zusammenarbeiten können.
  7. Klare Abgrenzung von Zuständigkeiten und Kompetenzen
    Eine klare und vertraglich abgesicherte Aufteilung der Aufgaben und Entscheidungsbefugnisse ist von Anfang an notwendig. Es muss festgelegt werden, welche Entscheidungen gemeinsam zu treffen sind. Das schließt nicht aus, dass gelegentlich Meinungsverschiedenheiten auftreten können. Dann braucht es transparente Entscheidungsregeln und zweckmäßige Mechanismen zur Lösung von Konflikten.
  8. Kooperation ist grundsätzlich eine Sache für gesunde Unternehmen
    Kooperation ist kein Mittel, um marode Unternehmen zu sanieren. Sie ist eine Chance für gesunde Betriebe, aber kein Rettungsanker für Unternehmen in Krise. Die Kooperation soll die Stärken der Partner fördern und deren Schwächen ausgleichen. In jeder Kooperation sollte es nur Gewinner geben, ansonsten hat sie ihr Ziel verfehlt.
  9. Zentrale Struktur - "Kümmerer" der Kooperation
    Die Praxis zeigt, dass erfolgreiche Kooperationen meist eine zentrale Struktur benötigen. Ein "Kümmerer" bzw. Koordinator der Zusammenarbeit regelt interne Abläufe, kümmert sich um den Außenauftritt der Kooperation und ist deren zentrale Anlaufstelle.
  10. Bereitschaft, Geld und Zeit in die Kooperation zu investieren
    Es ist wichtig, sich von der Einstellung zu lösen, gemeinsam ginge alles leichter. Tatsächlich heißt "zusammen" intensive Arbeit. Die Partner in einer Kooperation müssen sich bewusst sein, dass es notwendig ist, Geld und Zeit in die Zusammenarbeit zu investieren.
  11. Der Nutzen einer Kooperation muss spürbar sein
    Damit eine Kooperation auf Dauer bestehen kann, muss jeder Partner den Nutzen bzw. den Mehrwert einer Kooperation spüren. Die Mitglieder einer Kooperation sind nur dann bereit in die Kooperation weiter zu investieren, wenn sie einen entsprechenden positiven Effekt aus der Zusammenarbeit erzielen.
  12. Ausstiegsstrategie
    Es klingt paradox, doch es empfiehlt sich, bereits in der Kooperationsbildungsphase darüber nachzudenken, welche zukünftigen Entwicklungen oder Ereignisse zum Kooperationsabbruch zwingen. Handelt man in einer Krisensituation unter Zeitdruck, führt es in der Regel zu hohen Kosten und Verlusten. Beziehen die Partner hingegen schon von Anfang an eine Ausstiegsstrategie mit ein, verhindern sie, dass alle durchhalten trotz fehlender Aussicht auf Erfolg, obwohl ein Abbruch für alle vorteilhafter wäre.

Selbst wenn diese Erfolgsvoraussetzungen erfüllt sind, gibt es keine Garantie, dass die Zusammenarbeit ihre Ziele auch tatsächlich erreicht. Trotzdem sollten die Partner möglichst früh bei der Bildung der Kooperation diese Erfolgsfaktoren prüfen und diskutieren!

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Unternehmenskooperation

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