Alto contrasto
Am 10. März 1851 nahm die Handels- und Gewerbekammer Bozen ihre Tätigkeit im Merkantilgebäude auf, nachdem sie mit kaiserlicher Resolution gegründet worden war.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die wirtschaftlichen Interessen in Bozen vor allem durch das Merkantilmagistrat vertreten, eine seit dem 17. Jahrhundert bestehende Einrichtung zur Regelung des Messe- und Handelswesens. Als sich im Zuge der Industrialisierung und der politischen Umbrüche von 1848 die Forderung nach einer konkreten Vertretung von Handel, Gewerbe und Industrie verstärkte, begann die Wiener Regierung mit der Schaffung von Handels- und Gewerbekammern.
Die Gründung 1851
Das Bozner Merkantilmagistrat setzte sich aktiv für die Errichtung einer Kammer ein und richtete entsprechende Eingaben an die Regierung in Wien. Diesem Anliegen wurde entsprochen: In der Verordnung des Handelsministeriums vom 26. März 1850 sah man Bozen als einen der Sitze einer Handels- und Gewerbekammer vor. Am 10. März 1851 nahm die Handels- und Gewerbekammer Bozen ihre Tätigkeit im Merkantilgebäude auf. Erster Präsident wurde Franz Anton von Kofler, der zuvor letzter Konsul des Merkantilmagistrats gewesen war.
Bedeutung für Bozen
Die Gründung der Handels- und Gewerbekammer bedeutete für Bozen die offizielle Vertretung der Interessen von Handel und Gewerbe gegenüber dem Staat und der Verwaltung. Zudem wurde die Einbindung der Betriebe in wirtschaftspolitische Entscheidungsprozesse und die Fortführung der traditionsreichen Handelsfunktion Bozens in moderner Form gewährleistet.
Nicht zuletzt übernahm man auch das historische Siegel des Merkantilmagistrats, das bis heute das Erscheinungsbild der Handelskammer prägt.