Alto contrasto
Es begann aus einer Notwendigkeit heraus. Als Denisa Zaimi 2014 mit ihrer Familie nach St. Pauls zog und mit der zweiten Tochter schwanger war, suchte sie vergeblich einen Betreuungsplatz. Gemeinsam mit der Gemeindereferentin erhob sie den Bedarf und sammelte die Unterschriften betroffener Familien. Daraus entstand die Genossenschaft PAIDEIAS.
Sie begannen mit einer Spielgruppe. Wie haben Sie sich organisiert?
Denisa Zaimi: Gemeinsam mit einer Kollegin eröffnete ich 2016 einen Spielraum in St. Pauls. Drei Tage pro Woche betreuten wir Kinder bis drei Jahre, zusätzlich boten wir Nachmittagsbetreuung in Girlan an. Wirtschaftlich war das keine einfache Zeit. Als meine Kollegin ausstieg, führte ich das Projekt allein weiter.
Wie kam es zur ersten Kita von PAIDEIAS?
Ich schrieb Betriebe und Einrichtungen im Überetsch an, um Kooperationspartner zu finden. Der Fruchthof Überetsch bot seine Räumlichkeiten im Zentrum von Eppan für eine Betriebskita an. So eröffnete die Genossenschaft PAIDEIAS im Jahr 2018 dort ihre erste Kita „Villa Zebra“. In diesem Betriebskindergarten gibt es 16 Plätze. Mehr als die Hälfte davon sind Kindern von Mitarbeitenden und Mitgliedern vorbehalten und werden auch Unternehmen der Umgebung angeboten. Der übrige Teil wird Kindern aus der Gemeinde Eppan zur Verfügung gestellt. Anfangs habe ich für die Kinder selbst gekocht, sie mitbetreut und abends geputzt.
Wie wuchs PAIDEIAS in den Folgejahren?
2019 kam in St. Michael die Kita „Villa Panda“ hinzu. Obwohl die Räume für 30 Kinder ausgelegt sind, arbeiten wir bewusst mit kleineren Gruppen. 2020 eröffneten wir im Widum von St. Pauls eine weitere Kita mit 26 Plätzen. Das Gebäude wurde barrierefrei umgebaut und wird heute auch von Ärzten genutzt. 2021 folgte eine Kita in Andrian, ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Fruchthof Überetsch. 2022 eröffneten wir in Lana die „Villa Koala“ mit 15 Plätzen. Anfang 2026 kam dort eine zweite Einrichtung mit großem Garten und Platz für 20 Kinder hinzu. Heute bieten wir insgesamt 132 Betreuungsplätze an.

Unterschiedliche Dörfer und Realitäten: Was ist in allen Kitas von PAIDEIAS gleich?
Wir haben eine gemeinsame Kita-Kultur entwickelt. Kinder brauchen Verlässlichkeit. Rituale strukturieren ihren Alltag. Der Tag beginnt überall mit einem Morgenkreis. Die Kinder wählen die Lieder selbst, sprechen über das Wetter, die Pläne des Tages und das Essen, das sie erwartet. Sie gehen mit den Betreuerinnen täglich ins Freie. Um 11.15 Uhr sitzen alle gemeinsam am Tisch.
Welche Rolle spielt Sprache in den Kitas von PAIDEIAS?
Sprache ist Reichtum. In allen Kitas arbeiten deutsch- und italienischsprachige Pädagoginnen. Jede spricht ihre eigene Sprache. Auch Eltern können mit uns in ihrer Familiensprache kommunizieren. Mehrsprachigkeit erweitert den Horizont und stärkt das gegenseitige Verständnis.
Wer trägt den Erfolg von PAIDEIAS?
PAIDEIAS ist das Ergebnis gemeinsamer Arbeit. Unsere 31 Mitarbeiterinnen prägen die Qualität der Betreuung jeden Tag. Der Erfolg entsteht im Zusammenspiel von Team, Kindern, Eltern sowie in der Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik.
Denisa Zaimi wurde 1983 in Elbasan (Albanien) geboren. Mit zwölf Jahren kam sie nach Bozen, lernte Deutsch und Italienisch, besuchte die Oberschule und studierte Sozialpädagogik sowie kognitive Psychologie. Seit 2014 lebt die Mutter zweier Töchter in Eppan. Den Erfolg von PAIDEIAS versteht die Präsidentin der Genossenschaft als gemeinsames Werk aller 31 Mitarbeiterinnen.