Handelskammer Bozen
Wirtschaft = Zukunft

Wohnzentrum Jungmann

Leidenschaft fürs Wohnen

Mit seinem Gespür für das schöne Wohnen hat Max Josef Jungmann Geschichte geschrieben. Vom Ahrntal aus hat er das gleichnamige Wohnzentrum zum größten Einrichtungshaus des Landes etabliert. Beim Neujahrsempfang der Handelskammer Bozen spricht Sohn Andreas über die Kunst neue Kunden zu gewinnen und bestehende zu halten.

Wir treffen Andreas Jungmann im Wohnzentrum in Brixen. Seit sieben Jahren steht er zusammen mit seinen beiden Geschwistern an der Spitze des Familienunternehmens. Voller Stolz führt er uns durch den neu umgebauten, hellen und modernen Verwaltungstrakt.

Sie erzählten gerade, Ihre Mitarbeiter/innen durften bei der Einrichtung dieser neuen Büroräumlichkeiten mitentscheiden. Warum diese Offenheit?
Andreas Jungmann: Auch wenn wir keinen Siegel als familienfreundliches Unternehmen tragen, wir geben alles, damit sich unsere Mitarbeiter/innen wohl fühlen. Wir setzen sehr stark auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Von unseren 176 Mitarbeitern sind 46 Prozent Frauen. Auch die höchste Führungsebene ist mit 30 Prozent Frauen besetzt. Teilzeitarbeit ist bei uns also völlig normal. Wir haben gesehen, je flexibler Mütter ihre Zeit einteilen können, umso leidenschaftlicher bringen sie sich für das Unternehmen ein. Das ist ungemein wichtig, schließlich punkten wir bei unseren Kund/innen vor allem mit Beratung und Serviceleistungen.

Versuchen Sie sich damit auch gegen die Konkurrenz der Möbelriesen zu behaupten?
Schauen Sie, wir wollen und können nicht die Günstigsten sein. Wir wollen langfristig wachsen. Schließlich tragen wir Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeiter/innen und ihren Familien. Deshalb haben wir uns in den vergangenen Jahren immer stärker vom Selbstabholerprinzip verabschiedet und setzen dafür auf einen perfekten Montageservice und hochwertige Marken wie Hülsta, Team 7 oder Musterring. Marken, von denen wir wissen, wo sie produziert werden.

1972 hat Ihr Vater in Steinhaus im Ahrntal mit dem Möbelhandel begonnen. Wusste er bereits damals, dass die Möbelbranche ihre beste Zeit noch vor sich hat?
Er war sicher ein Visionär. Damals gab es in Südtirol ja noch kaum Möbelhäuser. Er begann ganz klein, auf 300 Quadratmetern im ehemaligen Kornkasten und setzte schnell auf Expansion.

jungmann brixen

1978 eröffnete er den Standort in Sand in Taufers, 1991 folgte Brixen und 2009 schließlich Neumarkt. Wie erklären Sie sich, dass Ihr Wohnzentrum in Neumarkt den höchsten Umsatz erzielt?
Ursprünglich wollten wir ja in Bozen eröffnen. Eine Studie des deutschen Forschungsinstituts BBE hat dann aber belegt, dass wir uns weiter südlich ansiedeln sollen. Nur so könnten wir auch die Nachbarprovinz Trentino erreichen. Die Studie sollte Recht behalten. Von unserem Gesamtumsatz in Höhe von 33,1 Millionen Euro fallen allein 14,5 Millionen Euro auf Neumarkt. Auch da immer mehr Bürger/innen aus dem Trentino, vor allem aus dem Fleims- und Nonstal, beim Möbelkauf auf Qualität setzen.

Seit 2009 stehen Sie gemeinsam mit Ihren beiden Geschwistern an der Spitze des Familienunternehmens. Wie ist der Nachfolgeprozess geglückt?
Der Nachfolgeprozess hat zwei Jahre gedauert, wir haben uns hierfür extern begleiten lassen. Seither hat jeder von uns seinen Bereich. Meine zwei Jahre jüngere Schwester Christine kümmert sich um den kompletten Einkauf, mein zehn Jahre jüngerer Bruder Florian um die internen Organisationsprozesse, um die Logistik und um die Buchhaltung. Und ich habe die Gesamtgeschäftsführung über, bin zuständig für das Marketing, den Möbeleinkauf und das Personal. Wobei jeder von uns abwechselnd in einer der drei Standorte präsent ist. So haben die Mitarbeiter/innen immer einen Ansprechpartner.

Haben sich Ihre Eltern völlig aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen?
Nicht ganz, und das freut uns natürlich. Unsere Mutter ist in Sand in Taufers nach wie vor im Verkauf tätig und unser Vater kümmert sich um die Instandhaltung der einzelnen Immobilien. Beide sind noch sehr rührig. Sie nehmen sich aber die Freiheit raus, nur dann zu arbeiten, wenn sie Lust und Freude dazu haben.

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