Handelskammer Bozen
Wirtschaft = Zukunft
Peter Heiss

Heiss Fensterbau

Passion für das Tal

Ob Mitarbeiter/innen, Kund/innen oder Zulieferer: Der Sarner Unternehmer Peter Heiss setzt auf das Potential seines Tales. Wie er es mit kurzen Wegen und lokaler Verbundenheit zu einem der führenden Fensterbauer des Landes schaffte.

Nirgendwo auf der Welt gibt es auf so engem Raum so viele Holzfensterbauer als in Südtirol. Eines der führenden Unternehmen befindet sich am Eingang des Sarntals: Eingehüllt in Holz, steht hier ein mächtiges Firmengebäude, zertifiziert nach den Klimahaus-Gold-Kriterien - geheizt wird mit den Holzabfällen aus der Produktion, der Strom kommt zur Hälfte von der Photovoltaikanlage am Dach.

So nachhaltig wie möglich

Geführt wird das Unternehmen von Peter Heiss, einem Visionär. Den Ein-Mann-Betrieb, den sein Vater 1962 gegründet hat, hat er zu einem Unternehmen mit 70 Mitarbeiter/innen etabliert. Gemeinsam mit seiner Frau Christine Stuefer führt er den Betrieb so nachhaltig wie möglich: Mit kurzen Wegen, natürlichen Materialien und eben einer hohen Energieeffizienz, wie er beim 8. Wirtschaftstag der WFO und der Handelskammer Bozen erzählte. „Wir liefern unsere Fenster zu 80 Prozent an Kund/innen, die in weniger als einer Stunde Fahrtzeit erreichbar sind. Das hat mit Nachhaltigkeit zu tun, aber auch mit Respekt. Wir wollen unseren Mitbewerbern vor ihrer Haustüre nicht in den Markt pfuschen“, erzählt Peter Heiss und fährt fort: „Bevor wir Sarner uns nach einem Anbieter von außen umsehen, suchen wir nach geeigneten Produkten aus dem Tal.“

Zusammenhalt und Umsichtigkeit

Zusammenhalt wird im Sarntal großgeschrieben. Peter Heiss lebt es vor. Er arbeitet fast ausschließlich mit lokalen Zulieferern: 80 Prozent des Holzes für die Fenster bezieht er vom benachbarten Unternehmen Sarner Holz, das Glas von einem Unternehmen aus Bozen, die Metallteile von Sarner Schlossereien. 

Den Tourismus zu stärken, das war seit jeher sein Ziel. Mit gerade einmal 24 Jahren hat der gelernte Fensterbauer 100 Millionen Lire in den Reinswalder Lift investiert - ohne Gewinnaussichten, aber mit einer klaren Vision: „Ich wusste, wenn der Tourismus läuft, wird im Tal investiert und davon werden auch wir als Fensterbauer profitieren“. Seine Rechnung ging auf. Sarntals Wirtschaft hat sich positiv entwickelt, die Menschen im Tal wussten die günstige konjunkturelle Entwicklung zu nutzen und der Umsatz seines Unternehmens hat sich allein in den vergangenen zehn Jahren vervierfacht. Zehn verschiedene Modelle hat die Heiss Fensterbau GmbH mittlerweile im Sortiment. Es sind ausschließlich Holz- und Holz-Alu-Fenster, die Produktion von Kunststofffenstern stand für ihn nie zur Debatte.

Treue, lokale Mitarbeiter/innen

Lokal sind nicht nur die Zulieferer, sondern auch die Mitarbeiter/innen. 60 der insgesamt 70 Mitarbeiter/innen kommen aus dem Sarntal, die restlichen von der Nachbargemeinde Ritten. Stolz zeigt sich Peter Heiss über die niedrige Fluktuation. 25 Lehrlinge hat er ausgebildet, 17 davon arbeiten noch immer im Unternehmen. Für Heiss gibt es mehrere Gründe für die Treue seiner Mitarbeiter/innen. Allen voran die flexiblen Arbeitszeitmodelle. „Im Moment arbeitet sogar unser Verwaltungsleiter, der Vater von Drillingen ist, in Teilzeit. Und zwei Mitarbeiter nehmen sich gerade einen Vaterschaftsurlaub“, erzählt Heiss. Sein ganzer Stolz ist die Betriebsmensa. Gekocht wird bevorzugt mit lokalen Produkten, etwa mit Fleisch von Sarner Bauern. Peter Heiss ist offen für Vorschläge seiner Mitarbeiter/innen. Erst jüngst ließ er sich überzeugen, den Arbeitsbeginn auf 6.30 Uhr vorzuverlegen und die Mittagspause um 15 Minuten zu kürzen. Dafür heißt es für die Mitarbeiter/innen um 16.15 Uhr: Ab in den Feierabend.

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