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TrogMi

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Dem Baby ganz nah

Ihr Projekt klingt ehrgeizig. Von Riffian aus wollen zwei junge Mütter das Tragen revolutionieren. Ihre Tragehilfe KawoNi soll alle bisherigen Standortprodukte in den Schatten stellen. Sandra Marth und Maria Unterholzner, die Macherinnen von TrogMi, im Gespräch.

Tragetücher liegen voll im Trend. Wer sich auf den Straßen umsieht, entdeckt neben Müttern auch immer mehr Väter, die den engen Kontakt zum Kind suchen. Kein Wunder, die Argumente klingen überzeugend. Tragen trägt zu einer guten Eltern-Kind-Beziehung bei und ist praktisch: Man hat das Kind immer bei sich und die Hände immer frei. Allerdings ist das Erlernen der Bindetechnik gar nicht so einfach. Deshalb haben Sandra Marth, 31, und Maria Unterholzner, 32, den KawoNi entworfen. Eine innovative Tragehilfe, die in Kürze in Serie geht. Das Riffianer Start-up-Unternehmen „TrogMi OHG“ mischt damit den hart umkämpften Eltern-Kind-Markt ordentlich auf.

Man sagt: Wer die richtige Technik erst mal raus hat, braucht rund fünf Minuten um sich ein Tragetuch umzubinden. Wie lange braucht man für Ihre Tragehilfe?
Maria Unterholzner: Also gestoppt habe ich noch nie. Aber sicher nicht länger als eine Minute.

Kommt eine Tragehilfe der Entwicklung des Kindes aber genauso zu Gute wie ein Tragetuch?
Sandra Marth: Ein Tragetuch ist sicher optimal, keine Frage. Es ist relativ günstig und das Tuch passt sich ideal an den Tragenden an. Aber das Erlernen der Technik erfordert Zeit und Geduld. Deshalb entscheiden sich viele Eltern für eine Tragehilfe. Das Problem nur: Die gängigen Modelle eignen sich nur für eine bestimmte Entwicklungsphase des Kindes, gehen also nur bis zu einer bestimmten Größe.

Diesem Problem wollen Sie nun mit KawoNi Abhilfe verschaffen.
SM: Ja, genau. Wir haben eine Tragehilfe entwickelt, die von Geburt an bis zur Ende der Tragezeit genutzt werden kann.

Wie ist die Idee dazu entstanden?
MU: Sandra ist zweifache Mutter und hat sich vor vier Jahren zur Trageberaterin ausbilden lassen. In dieser Zeit hat sie bemerkt, dass es in Südtirol kein Produkt gibt, das der Anatomie eines Kindes entspricht. So hat sie die Tragehilfe TrogMi entwickelt. Ein Modell, das sich an die Bedürfnisse von Baby und Eltern anpasst. Eltern können das Design bestimmen, können aber auch entscheiden, ob sie den Hüftgurt und die Träger lieber zum Schnallen oder zum Binden möchten. So ein flexibles Modell gab es noch nicht auf dem Markt. Ich bin selbst Mutter einer Tochter und Trageberaterin. Sandras Idee hat mir auf Anhieb gefallen.

So kam es, dass Sie gemeinsam die TrogMi OHG gründeten - wohlgemerkt als Quereinsteigerinnen.
MU: Ich bin sicher eine Quereinsteigerin, ich habe Kunstgeschichte studiert und zuletzt auf unserem Hof in Völlan gearbeitet. Sandra aber näht bereits seit ihrem siebten Lebensjahr und hat, bevor sie als Kosmetikerin gearbeitet hat, ein Jahr lang Schneiderin gelernt. So hatten wir auch das notwendige technische Wissen um das Produkt weiterzuentwickeln. Dafür haben wir hier in Riffian unser Geschäft eröffnet und haben dann eine Testphase lanciert, an der 100 Personen aus ganz Europa teilnahmen. Ja und so entstand der KawoNi, der nun in die Serienproduktion geht.

Wo wird der KawoNi produziert?
SM: Eine Schneiderei in Deutschland produziert die Einzelteile, die wir hier in Riffian zusammenfügen. Der Korpus des Standardprodukts ist in zwei Grundfarben erhältlich, plus kann man bei den Kopfstützen aus drei verschiedenen Designs auswählen. Dank der Standardproduktion können wir preislich mit den Konkurrenzprodukten mithalten. Jeder Kunde hat aber auch weiterhin die Möglichkeit, sich eine Tragehilfe individuell anfertigen zu lassen, etwa mit aufwendigen Stickereien oder Drucken.

Wie finanzieren Sie Ihre Entwicklung?
MU: Bislang völlig aus eigener Tasche. All unsere Einnahmen fließen zurück ins Geschäft. So dauert manch ein Schritt zwar etwas länger, dafür bleiben wir unabhängig. Wir wollen nun aber eine professionelle Website auf die Beine stellen und wollen uns international präsentieren. Im September sind wir auf der Kölner Messe „Kind + Jugend“ mit einem eigenen Stand vertreten. Wir wollen nicht nur Eltern, sondern auch Fachpersonal wie Hebammen oder Trageberaterinnen ansprechen und natürlich auch Wiederverkäufer auf uns aufmerksam machen. Unser Ziel ist in den Geschäften irgendwann mal neben so bekannten Marken wie „Manduca“ im Regal zu stehen.

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