Handelskammer Bozen
Wirtschaft = Zukunft

Soleon

Soleon Ueberbacher

Der Überflieger

Die Luft ist sein Leben. Die Luft ist sein Geschäft. Michael Überbacher baut Drohnen. Damit bekämpft er Schädlinge und vermisst Landschaften. Ein Gespräch mit dem Eisacktaler Tüftler über die ungebremste Revolution aus der Luft.

Drohnen liegen auch 2017 voll im Trend. Rund drei Millionen Drohnen weltweit sollen dieses Jahr über die Ladentische gehen. Einer der Pioniere stammt aus Südtirol. Michael Überbacher aus Raas war einer der Ersten, der eine solche Drohne für den professionellen Bereich entwickelt hat. Auch wenn seine Firma Soleon in Vahrn noch ein kleines Unternehmen ist, die Zukunftsaussichten klingen rosig.

Als Sie 2009 den Weg in die Selbstständigkeit wagten, waren Drohnen noch kein Thema. Wie kommt man auf eine solche Entwicklung?
Michael Überbacher: Ich bin ein Quereinsteiger, 20 Jahre lang habe ich bei einer Bank gearbeitet. Mit Anfang 40 wollte ich mein eigenes Ding durchzuziehen. Da mich die Photovoltaik schon immer fasziniert hat, wollte ich auf dem Markt tätig werden.

Am Ende kam die Krise und es kam alles anders.
Aus der Idee Photovoltaikanlagen zu bauen wurde nichts. Es kam die Finanzkrise und die Banken hielten sich mit den Finanzierungen zurück. Also begann ich gemeinsam mit Alex Walder mit dem Vertrieb von Photovoltaik-Komponenten. Schnell fiel uns auf, wie aufwendig das Ganze war. Um die Installationsflächen zu vermessen, mussten Techniker umständlich auf die Dächer steigen. So kam mir als Liebhaber und Konstrukteur von Modellflugzeugen die Idee, die Flächen von der Luft aus zu vermessen.

Gab es solche Systeme bis dahin noch nicht?
Drohnen, wie wir sie heute kennen, gab es zu der Zeit noch nicht. Es gab zwar erste Multikopter-Geräte, aber die waren extrem teuer. Wir haben weltweit nach Geräten und der passenden Software gesucht, wurden aber nicht fündig. So begannen wir vor sieben Jahren selbst eine Drohne zu entwickeln. Im Grunde war es bereits ein voll funktionsfähiger Multikopter mit acht Elektromotoren, den wir mit einer Spiegelreflexkamera ausstatteten. Damit begannen wir Landschaften zu fotografieren und zu vermessen.

Heute klingt Ihre Idee revolutionär. Gefiel Ihre Idee auf Anhieb?
Zunächst starrte man uns komisch an. Niemand konnte sich vorstellen, damit Geld zu verdienen. Wir lieferten mit unserem kleinen und leisen Gerät aber gute Bilder und genaueste Vermessungen.

Wie kam es, dass Sie Drohnen für den Markt produzieren?
Wir machten mit unseren Luftaufnahmen von uns reden und mit der Zeit stieg auch die Nachfrage nach unserer Drohne. So kam es, dass wir erste Drohnen produzierten. Natürlich waren wir nicht die einzigen Drohnen-Bauer. Hersteller weltweit rüsteten nach. Unsere Drohne war aber lange Zeit die einzige, die man zusammenklappen konnte und die in jedes Auto passte.

Soleon Drohne

Was können Ihre Drohnen was andere nicht können?
Wir bauen Drohnen nach Maß. Die einen benötigen die Drohne zur Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft, die anderen zum Filmen oder zur Überwachung von Photovoltaikanlagen. Entsprechend konstruieren wir jede Drohne individuell. Das Know-how steckt hier in Vahrn, hier erfolgt die Planung. Die technischen Konstruktionen, die Fräsarbeiten und den 3D-Druck lagern wir dann an Partnerunternehmen aus. Den Zusammenbau erledigen wir selbst.

Werden Ihre Drohnen erst noch zum Höhenflug ansetzen?
Ein großes Thema werden für uns künftig sicher Suchaktionen sein. Sehr innovativ sind unsere Drohnen aber bereits jetzt in der Vermessung und in der Landwirtschaft. Wir können Anbaugebiete überfliegen und dank einer speziellen Thermokamera erkennen, ob Pflanzen gesund sind oder ob sie Wasser benötigen. Der Vorteil für den Landwirt: Er kann seine Pflanzen sehr punktiert behandeln. Große Erfolge erzielen wir auch bei der Schädlingsbekämpfung.

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