Handelskammer Bozen
Wirtschaft = Zukunft

Seppi M.

johanna seppi

Export im Blut

Mit über 70 Modellen zählt die Seppi M. AG zu den weltweiten Branchenführern von Geräten zur Zerkleinerung von organischem Material. Wie der internationale Aufstieg trotz privater Schicksalsschläge gelungen ist, ein Gespräch mit Johanna Seppi.

Wie gelang es, dass Ihre Mulchgeräte in über 40 Ländern der Welt zum Einsatz kommen?
Johanna Seppi: 1974 haben wir erstmals auf der landwirtschaftlichen Messe EIMA in Rom ausgestellt. Trotz simplem Messestand verkauften wir auf Anhieb erste Mulchgeräte in die Schweiz, später nach Deutschland, Frankreich und in die Niederlande. Damals hat mein Mann die Geräte zum Teil noch selbst mit dem LKW ausgeliefert.

Wann gelang der große Durchbruch?
Anfang der Achtziger-Jahre lief es für uns vor allem im Norden Griechenlands sehr gut. Wir haben in diesen Jahren so viele Mulchgeräte für den Pfirsich- und Weinanbau exportiert, dass wir diese Halle in Kaltern erwerben konnten.

Und seit wann exportieren Sie in Übersee?
Seit 1982 nach Australien, ein Jahr später in die USA. Und das obwohl mein Mann kein Englisch sprach. Nach seiner ersten US-Reise war er dann so frustriert, dass er sofort einen Englischkurs belegte. Sprachen sind nunmal die Basis für internationalen Erfolg.

Sie selbst sind auch sehr sprachenaffin.
Leider fehlt mir mittlerweile die Praxis, aber ja, ich spreche neben Englisch, Französisch und Spanisch auch ein wenig Russisch. Und ich versuche mit unseren ausländischen Mitarbeiter/innen einige Worte in ihrer Landessprache zu wechseln. Ich informiere mich auch ganz genau über ihre Herkunft, damit sie sich wertgeschätzt fühlen.

Haben Sie Ihren Mann auf den Reisen begleitet?
Dafür blieb leider keine Zeit. Jemand musste am Firmensitz die Fäden zusammenhalten, dazu kamen unsere fünf Kinder. Gemeinsam verreist sind wir erst ab 2000, als mein Mann an einem Hirntumor erkrankte. Reisen waren für ihn wie eine Art Therapie. Also haben wir in den 17 Jahren seiner Krankheit viele Messen und Kund/innen besucht und haben Pilger- und Studienreisen unternommen. Auch noch als er bereits im Rollstuhl saß.

Wie lief das Unternehmen in den Jahren seiner Krankheit weiter?
Bereits im ersten Jahr seiner Erkrankung haben wir Pierluigi Defant als Geschäftsführer eingestellt. 2006 schließlich sind unsere drei ältesten Kinder in den Betrieb eingestiegen. So konnte mein Mann alles Wichtige rechtzeitig übergeben.  

Seppi m.

Sie erzielten 2018 einen Umsatz von über 24 Millionen Euro. Welche Märkte entwickeln sich aktuell sehr gut?
Sehr zufrieden sind wir mit der Entwicklung in der EU, aber auch in Nord- und Südamerika, Südostasien, Australien und Neuseeland. Gute, aber nach wie vor schwierige Märkte sind Russland und Italien. Der Preiskampf in Italien wird immer härter, schließlich gibt es hierzulande über hundert Hersteller von Mulchgeräten.

Sind Sie dank der Internationalisierung krisenresistenter?
Auf jeden Fall, denn die Absätze in den einzelnen Ländern sind starken Schwankungen unterworfen. Die wirtschaftliche und politische Situation spielt genauso eine Rolle wie die klimatischen Bedingungen. Fällt in Australien im Sommer kein Regen, wächst kein Gras und der Bedarf nach Mulchgeräten ist gering.

Stimmt es, dass Sie in Mezzolombardo ein neues Werk planen?
Ja, es wird auch höchst an der Zeit, denn wir platzen hier aus allen Nähten. Wann es fertiggestellt wird und ob wir den Sitz in Kaltern behalten, steht aber noch nicht fest.

Johanna Seppi Weger

Sie bezeichnet sich als die gute Seele des Hauses. Wir treffen Johanna Seppi Weger am Firmensitz in Kaltern. Ihr Büro teilt sie sich mit Tochter Susanne, im Büro nebenan sitzt Sohn Lorenz. „Seit 2010 stehen sie an der Spitze des Unternehmens und ich unterstütze sie, wo immer ich kann“, erzählt die 65-Jährige. Seit über 45 Jahren arbeitet die gebürtige Eppanerin in der Seppi M. AG. Ein Familienunternehmen, das ihr Schwiegervater Max Seppi 1939 gegründet und ihr vor zwei Jahren verstorbener Ehemann Luciano international groß gemacht hat. Mit Produkten wie Schlägel-Mulchgeräten für den Ost- und Weinbau bis hin zu Steinbrechern zum Beseitigen von Schutt auf Baustellen.

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