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Wirtschaft = Zukunft

Langtaufererhof

Langtaufererhof

Den Gletschern so nah

Langtaufers gilt als ursprünglich, bodenständig und unberührt. Nur drei Hotelbetriebe gibt es hier. Einer davon ist der Langtaufererhof. Ein Vier-Sterne-Hotel, das die Familie Thöni aus dem Nichts aufgebaut hat.

Im Sommer sind die Almwiesen satt, im Winter mit mehreren Metern Schnee bedeckt. Links und rechts ragen die Berge hoch, ganz hinten thront die 3739 Meter hohe Weißkugel. Gerade mal 500 Personen leben in Langtaufers, diesem schmalen Seitental im Oberen Vinschgau. Josef Thöni ist Bikeguide und Wanderführer, vor allem aber Chefkoch und Inhaber des einzigen Vier-Sterne-Hotels im Tal.

Ihr Hotel befindet sich in einem der touristisch abgelegensten Gebiete Südtirols. Sehen Sie die Lage als Herausforderung oder Chance?

Josef Thöni: Wir sind tatsächlich ziemlich in der Pampa. Aber wir bemerken zunehmend, dass unsere Gäste gerade diese Unberührtheit zu schätzen wissen. Durch konsequentes Marketing, vor allem über die verschiedenen Social-Media-Kanäle, schaffen wir es mittlerweile die richtigen Gäste anzusprechen.

Was verstehen Sie unter richtigen Gästen?

Damit meine ich aktive junge Gäste, die im Sommer zum Biken und Bergwandern zu uns kommen und im Winter zum Skitourengehen. Mittlerweile sind 80 Prozent unserer Wintergäste Skitourengeher, vor zehn Jahren waren es gerade mal 20 Prozent.

Woher kommen die meisten Ihrer Gäste?

Die meisten kommen aus Deutschland, vorwiegend aus Bayern und Baden-Württemberg. Wir haben auch immer mehr Schweizer Gäste, für die wir aus Preis-Leistungs-Sicht sehr attraktiv sind. Gleichzeitig verlieren wir gerade an die Schweiz viele unserer guten Mitarbeiter, da sie dort knapp doppelt so viel verdienen.

Langtaufererhof Hotel

Sie führen heute ein Hotel mit 44 Zimmern, dabei haben Sie ganz klein begonnen.

Meine Frau Edith und ich sind hier im Tal aufgewachsen und haben in unseren Jugendjahren im Tourismus gearbeitet. Sie im Service, ich in der Küche. Nach unserer Hochzeit 1986 haben wir die Melager Alm gepachtet und dort eine Jausenstation eröffnet. Wir haben sehr hart, aber auch sehr gut gearbeitet. 1994 sind wir dann volles Risiko gefahren und haben hier am Ende des Tales ein Grundstück gekauft und den Langtaufererhof mit 22 Zimmern errichtet. Die Alm haben wir bis 2001 parallel dazu weitergeführt.

Auch ihre drei Kinder haben den Weg in die Gastronomie eingeschlagen, sind Sie bereits mitten im Generationswechsel?

Es ist schön zu sehen, dass die Jungen Lust auf Veränderung haben und etwas bewegen möchten. Martina, unsere Älteste, ist mittlerweile 27 und arbeitet seit sechs Jahren im Hotel. Sie kümmert sich um das Marketing und die Rezeption. Sie war es auch, die 2016 das Umbauprojekt begleitet hat, also die Erweiterung um 22 Zimmer und den Bau der Panorama-Dachterrasse. Da habe ich mich nicht eingemischt, das hat sie mit der Innenarchitektin Bea Mitterhofer ganz allein durchgezogen.

Im Jänner 2018 gingen im Langtauferertal gleich mehrere Lawinen ab und Ihre Gäste mussten ausgeflogen werden. Zu Recht?

Als sich abzeichnete, dass Lawinen ins Tal donnern, wusste ich: Es kann höchstens die Westseite des Hotels treffen. Also haben wir die Gäste sofort von dort weggebracht. Meiner Meinung nach hätte das ausgereicht. Wer hier aufwächst, lernt Lawinen einzuschätzen. Dann aber kam die Anweisung aus Rom, dass unsere Gäste mit dem Hubschrauber nach St. Valentin ausgeflogen werden müssen. Für mich eine etwas überzogene Maßnahme. Da aber genau ein Jahr zuvor in den Abruzzen ein ganzes Hotel unter einer Lawine begraben wurde, schien diese Vorsichtsmaßnahme notwendig. Zum Glück hat die Mehrheit der Gäste gelassen reagiert und ist nicht in Panik geraten.

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