Handelskammer Bozen
Wirtschaft = Zukunft

Kargruber-Stoll

Kargruber Robert

Immer am Ball bleiben

Robert Kargruber leitet seit 28 Jahren das Bauunternehmen Kargruber-Stoll in Welsberg/Taisten. Ein Gespräch über seine Projekte, das Südtiroler Handwerk und die Probleme der Branche.

Herr Kargruber Sie arbeiten mit namhaften Architekten zusammen und realisieren aufregende Projekte. Auf welche sind Sie besonders stolz?
Robert Kargruber: Ja das stimmt. Ein tolles Projekt war das Messner Mountain Museum auf dem Kronplatz unter der Regie von Stararchitektin Zaha Hadid. Extra angefertigte Schalungen für hochqualitativen Sichtbeton wurden in den Berggipfel auf 2.300 m. ü. M. eingelassen. Es war eine Herausforderung den Anforderungen der Architekten auf einem Berggipfel gerecht zu werden, aber schlussendlich hat es geklappt und wir wurden von allen Seiten für unsere handwerkliche Spitzenleistung gelobt. Wir haben auch den europäischen Häuseraward für ein privates Wohnhaus in Straubing (D) erhalten, welches wir mit dem Architektenbüro Hugger und Rampp aus München realisiert haben. Das ist in Europa die höchste Auszeichnung für den privaten Wohnbau.

Sie waren noch sehr jung als Sie den Betrieb von Ihrem Vater übernahmen. Gab es nie Probleme?
Nein eigentlich nicht. Ich war 25 Jahre jung und motiviert. Ich konnte  aber schon viel Erfahrung im Betrieb sammeln. Ich war während meiner Ausbildung jeden Sommer im Unternehmen und dann nach meinem Abschluss bin ich gleich voll eingestiegen. Mein Vater hat mir immer großes Vertrauen entgegengebracht.

Die nächste Generation steht schon bereit. Ist die Übergabe schon geplant?
In der Familie sprechen wir viel über den Betrieb und meine Töchter zeigen auch Interesse daran, aber ich werde sie nicht zwingen, das Unternehmen weiterzuführen. In der Zwischenzeit habe ich meinen 28-jährigen Neffen ins Boot geholt, der seit zwei Jahren Geschäftsführer ist. Das Zusammenspiel zwischen jung und alt funktioniert wunderbar. Junge Leute haben eine andere Herangehensweise und weniger Berührungsängste mit der neuen Technik und den neuen Kommunikationsmitteln. Andererseits hilft meine Erfahrung wiederum Zusammenhänge zu erkennen und das bietet Rückhalt. Es ist wichtig, dass man immer am Ball bleibt, innovativ ist und die neuen Trends und Entwicklung mitträgt. In den letzten Jahren war das zum Beispiel das energiesparende Bauen oder die kombinierte Bauweise mit verschiedenen Materialien.

Die Branche ist also im Wandel. Gibt es sonst noch Herausforderungen?
Ein großes Thema in der Baubranche ist die Arbeitssicherheit. Wir haben heute einen enormen Leistungsdruck und sind stets unter Strom. Deshalb muss man vorsichtig sein und schauen, dass die Mitarbeiter/innen gesund bleiben. Aber auch der Arbeitsmarkt stellt uns vor Herausforderungen. Wir müssen uns bemühen die Mitarbeiter/innen zu halten und sind immer auf der Suche nach jungen und motivierten Fachkräften. Deshalb beschäftigen wir zurzeit neun Zimmerer- und Maurerlehrlinge, in der Hoffnung, dass sie nach ihrem Lehrabschluss bei uns im Betrieb bleiben.

Kargruber

Sie schätzen die Südtiroler Handwerkskunst, nicht nur bei Ihren eigenen Leuten …
Ja das stimmt. Wir arbeiten fast ausschließlich mit lokalen Handwerkern zusammen, weil wir sie kennen, wir uns auf sie verlassen können und es mir persönlich wichtig ist, die lokalen Kreisläufe zu unterstützen. Ich bin mir nämlich bewusst, dass ein Unternehmen auch eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft hat.

Wieso, hat die Baubranche sonst so einen schlechten Ruf?
Ich glaube das lässt sich darauf zurückführen, dass es in der Vergangenheit zwei bis drei unglückliche Konkurse von größeren Baufirmen gab und davon viele Zulieferer und Handwerker betroffen waren. Das Baugewerbe ist eine Branche, wo es um große Beträge geht und damit ist es in der Öffentlichkeit auch sichtbarer. Zudem glaube ich, dass auch der Zweitwohnungsmarkt in einigen Gemeinden Südtirols in den letzten Jahren die Bauunternehmen in ein schlechtes Licht gerückt hat. Eigentlich hat es die Politik versäumt diesem Phänomen Einhalt zu gebieten, doch in der Öffentlichkeit waren wir die Bösen.

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