Handelskammer Bozen
Wirtschaft = Zukunft

Geier

Geier Bernhard

Der Marlinger Tüftler

Vor 20 Jahren ist Bernhard Geier als 1-Mann-Unternehmen gestartet. Heute beschäftigt die Geier GmbH 20 Mitarbeiter/innen und ist Marktführer von Raupenfahrzeugen in Steillagen. Ein Gespräch über das Erschließen neuer Märkte bei den Neujahrstreffs der Handelskammer Bozen am Firmensitz in Marling.

Kein Hang ist dem Raupenfahrzeug zu steil, keine Zeile zu schmal. Wendig und agil bewegt es sich fort und schafft das, was vorher noch keinem Gerät gelungen ist: Selbst die steilsten Hänge im Obst- und Weinbau zu bearbeiten. Es war Johann Geier vom Außerzeisalterhof in Marling, der Anfang der Neunzigerjahre das erste Raupenfahrzeug dieser Art entwickelt hat. Konstruiert hat er es aus der eigenen Notwendigkeit heraus, für seine Johannisbeer- und Sauerkirschanlagen im steilen Gelände.

Sohn Bernhard hat das Potential dieser Erfindung erkannt und damit Geschichte geschrieben. Mit seinem vor genau 22 Jahren gegründeten Unternehmen hat er die väterliche Entwicklung serienreif gemacht. Heute sind die Geräte ein Exportschlager und die Geier GmbH Marktführer in Europa. Warum heute selbst Weinbauern und -bäuerinnen in Neuseeland auf die Südtiroler Innovation setzen, erzählt Bernhard Geier im Interview.

Ihre Nachbarn müssen ganz schön verdutzt dreingeschaut haben, als Ihr Vater Anfang der Neunzigerjahre mit seinem Raupenfahrzeug plötzlich die steilsten Hänge bearbeiten konnte.
Bernhard Geier: Allerdings, wobei wir ausschließlich positive Rückmeldungen erhalten haben. Unsere Nachbarn waren schlichtweg begeistert. Schließlich war es für sie bis dahin wahnsinnig anstrengend die extremen Steilhänge zu bearbeiten. Das ging sogar soweit, dass sie in bestimmten Lagen überhaupt keinen Obstbau betreiben konnten. Ihre Begeisterung hat mich wohl dazu motiviert, die Geräte weiterzuentwickeln und zur Serienreife zu bringen.

Dafür haben Sie vor 22 Jahren das Unternehmen Geier gegründet. Wobei Sie selbst doch gar nichts mit Technik am Hut hatten, oder?
Das stimmt nicht ganz. Ich habe zwar die Hotelfachschule Savoy in Meran besucht und anschließend als Koch gearbeitet. Aber ich war schon immer technikfasziniert. Die Entwicklung meines Vaters war dann der Auslöser und hat mich derart begeistert, dass ich mich reingekniet habe. Als wir das erste Gerät auf dem Tag der Technik in Unterrain vorgestellt haben, wusste ich endgültig: Damit können wir den Markt revolutionieren und vor allem den Landwirt/innen die Arbeit wesentlich erleichtern.

geier marling

Das ist Ihnen gelungen. Heute kommen Ihre Raupenfahrzeuge sogar in Neuseeland und bald auch in Napa Valley in Kalifornien zum Einsatz. Wie ist Ihnen diese Internationalisierung gelungen?
Der Markt in Südtirol war einfach zu klein. Deshalb haben wir uns von Beginn an außerhalb der Region bewegt. Heute haben wir einen Exportanteil von 78 Prozent. Nachgefragt werden unsere Geräte überall dort, wo in Terrassen- oder Direktzuganlagen Wein- und Obstbau betrieben wird. Dabei sind Sie nicht die einzigen Produzenten von Raupenfahrzeugen in Steillagen. Wir haben in Europa an die fünf Mitbewerber, wobei wir für unsere Geräte sicher die höchsten Preise verlangen. Wir haben die vergangenen Jahre kontinuierlich auf Qualität gesetzt, neue Innovationen lanciert und waren somit immer einen Schritt voraus.

Was also können Ihre Fahrzeuge, was andere nicht können?
Unsere Geräte sind nicht nur die kompaktesten und leistungsstärksten sondern haben auch ein einzigartiges Fahrwerk. Wir können also bei all jenen Kund/innen punkten, die mit demselben Gerät über Jahre zuverlässig fahren und die mit ein und demselben Gerät möglichst viele Tätigkeiten ausüben möchten. Denn mittlerweile haben wir zwölf verschiedene Modelle und jedes Modell kann zusätzlich mit über 20 verschiedenen Geräten ausgestattet werden. Es sind Geräte zum Ausbringen von Pflanzenschutzmittel, zum Mulchen, Laub schneiden, Entlauben oder zum Transportieren von Waren.

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