Handelskammer Bozen
Wirtschaft = Zukunft

Auto Ikaro

Paolo Petriccione

Der Autoverkauf im Wandel

Seit 2001 steht Paolo Petriccione an der Spitze von Auto Ikaro in Bozen. Seither hat er das Unternehmen zum größten Südtiroler Händler der Marken BMW, MINI, Porsche, Mazda und BMW-Motorrad etabliert. Ein Gespräch über die Kunst des Autoverkaufs in Zeiten von Internet und Dieselkrise.

Es ist der Reiz des Außergewöhnlichen, der ihn antreibt. Ob beruflich oder privat, Paolo Petriccione kann es nicht schnell und nicht sportlich genug gehen. Der 53-Jährige ist begeisterter Golfer, spielt Tennis und fährt wahnsinnig gerne Ski. Seit 2001 steht der Bozner an der Spitze von Auto Ikaro. Ein Unternehmen, das zur IFI-Gruppe gehört und im Laufe der vergangenen 20 Jahre extrem gewachsen ist. Einst BMW-Händler hat Auto Ikaro mittlerweile auch die Marken Porsche, BMW-Motorrad, MINI und Mazda im Sortiment. Wie sich der Autoverkauf gewandelt hat, erzählt der zweifache Vater im Interview.

Spüren Sie die Auswirkungen der Digitalisierung?

Paolo Petriccione: Ja, massiv sogar. Das will nicht heißen, dass wir weniger Autos verkaufen. 2017 gab es in Italien 7,9 Prozent mehr Neuzulassungen als noch im Vorjahr. Aber die Art des Verkaufs hat sich verändert. Vor zehn Jahren noch kam ein Kunde vor dem Autokauf an die acht Mal ins Autohaus, um sich beraten zu lassen oder Proberunden zu drehen. Heute kommt der Kunde bereits top informiert zu uns, alle Informationen zum Fahrzeug hat er sich bereits vorab im Internet eingeholt.

Müssen Ihre Verkäufer überhaupt noch Überzeugungsarbeit leisten?

Jeder Verkäufer weiß: Dem Kunden kann man nichts vormachen, Sachlichkeit ist gefragt. Denn der Kunde kann im Internet alle Fakten in Echtzeit überprüfen. Das nimmt dem Autoverkauf sicher auch einen gewissen Reiz. Das starke Feilschen um den Preis etwa, wie wir es früher kannten, gibt es nicht mehr.

Nur bei Neuwagen oder auch bei Gebrauchtwagen?

Dort besteht noch ein gewisser Handlungsspielraum. Wobei die Digitalisierung gerade in diesem Segment große Chancen eröffnet. Früher wäre ein Kalabrese nie und nimmer auf die Idee gekommen, hier in Südtirol ein Auto zu kaufen. Durch unsere Präsenz im Netz sind wir nun aber für Kunden aus ganz Italien attraktiv. Deshalb auch haben wir in Bozen ein Outlet mit Gebrauchtwagen jeder Marke eröffnet.

Auto Ikaro

Haben Sie im Zuge der Dieselkrise mehr Elektroautos verkauft?

Die Verkäufe steigen, wenn auch langsamer als erwartet. Dabei investiert gerade BMW sehr viel in die Entwicklung neuer Elektro-Fahrzeuge. Aktuell hat BMW 12 Modelle mit E-Antrieb, Plugin oder Hybrid im Sortiment, 2023 werden es bereits 24 sein. Auch bei Porsche gibt es mit dem neuen Panamera und Cayenne bereits zwei Hybrid-Modelle. Gespannt sind wir aber natürlich, wie sich der neue Elektro-Porsche-Taycan macht, der im Herbst 2019 auf den Markt kommt.

Woher kommt eigentlich Ihre Passion für Motoren?

Ich bin zwar in meiner Jugend Autoralleys gefahren, im Grunde aber ein Quereinsteiger in der Branche. Meine erste unternehmerische Tätigkeit war im Sportbusiness. Mit 20 habe ich das Sportfachgeschäft Grizzly übernommen, ich habe es sechs Jahre lang aufgebaut und dann an Sportler verkauft. Dann erfolgte die Übernahme der Werkstätte Reschen Garage in Meran, bevor ich zum Autoverkauf gewechselt bin und bei Auto Ikaro einstieg. Ja, und seit letztem Jahr habe ich meine Passion für Ralleys wiederentdeckt und fahre nun bereits zum zweiten Mal bei der MINI Challenge Italia mit.

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