Handelskammer Bozen
Wirtschaft = Zukunft

Alexander Holzner

Alexander Holzner

Ganzheitlicher Metzger

Der Bio-Metzger aus Lana ist ein Kämpfer, ein Idealist. Alexander Holzner fordert nicht nur mehr Wertschätzung für Lebewesen und mehr Gespür für ethische Tierhaltung, sondern führt auch seinen Betrieb ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.

Welche Akzente setzen Sie, um Ihren Betrieb so nachhaltig wie möglich zu führen?
Alexander Holzner: Das fängt bei der Mobilität an. Bis vor 15 Jahren habe ich meine Waren mit einer Ape ausgeliefert. Mit der Zeit habe ich mich für die Dreckschleuder nur noch geschämt. Also legte ich mir ein elektrisches Golfmobil zu, das ich für den Straßenverkehr umbauen ließ. Und vor Kurzem habe ich einen E-Lieferwagen erworben, bei dem auch die Kühlung im Innenwagen mit Strom gespeist wird. Eine völlige Innovation, die Nissan auf meine Nachfrage hin entwickelt hat.
 
Nachhaltig ist auch die Art und Weise, wie Sie Fleisch verarbeiten.
Ich bin ein Verfechter der ganzheitlichen Vermarktung. Schließlich können die wenigen Rinder, die in Südtirol Qualitätsfleisch liefern, den steigenden Bedarf nach regionalem Fleisch nicht mehr decken. Erst recht nicht, wenn vor allem Edelteile nachgefragt werden. Entsprechend sind wir Metzger gefordert, ganz genau zu überlegen, wie wir ein ganzes Tier bestmöglich zerlegen und verwerten können. Und Köche sind gefordert, aus jedem Teil eines Tieres etwas Gutes zu kochen.

Sie sind Metzger aus Leidenschaft, dabei fanden Sie Ihren Beruf lange Zeit alles andere als schön.
Das stimmt. Als ich nach der dreijährigen Handelsschule in die elterliche Metzgerei eingestiegen bin, war die Musik meine Passion. Also habe ich parallel zur Arbeit nicht nur die Matura nachgeholt, sondern am Konservatorium in Bozen auch ein Diplom in Trompete absolviert. Als dann aber mein Vater 1991 verstarb, war für mich klar, dass ich den Betrieb weiterführen möchte.

Und wann kam die wahre Passion für den Metzgerberuf?
Erst zehn Jahre später, im Zuge des BSE-Skandals. Plötzlich stellte ich alles in Frage, vor allem die Herkunft des Fleisches. Meine Frau überzeugte mich schließlich auf Bio umzusteigen. Und mit der Umstellung kam auch die Leidenschaft für den Beruf. Ich habe mich sehr konsequent für die Verbesserung der Tierhaltung eingesetzt und habe damit begonnen Fleisch- und Wurstwaren ohne Zusatzstoffe herzustellen. Seit 23 Jahren nun befinden sich in unserer Metzgerei fast ausschließlich Produkte aus Südtirol und unser Bio-Fleisch beziehen wir von Südtiroler Bauern, die auf ethische und artgerechte Tierhaltung setzen.

Alexander Holzner

Was verstehen Sie unter ethischer Tierhaltung?
Für mich heißt das, dass ein Tier von der Geburt bis zum Tod in Würde leben darf. Dazu gehört auch, dass die Tiere stressfrei geschlachtet werden. Schließlich belegen verschiedene Studien, dass der Transport ins Schlachthaus zu Angstzuständen bei den Tieren führt, die am Ende zu einer verminderten Fleischqualität führen. Deshalb habe ich mich für die hofnahe Schlachtung in Südtirol stark gemacht.

Seit 2017 nun ist sie auch in Südtirol erlaubt. Wird sie auch angenommen?
Leider setzt sie sich aufgrund bürokratischer Hürden nur schleppend durch. Dabei ist die Idee sehr innovativ. Die Tiere werden direkt am Hof oder auf der Wiese mit einem Bolzenschuss betäubt, vor Ort in einem eigens entwickelten Fahrzeug entblutet und erst dann ins Schlachthaus transportiert.

Seit einem Jahr führen Sie Ihr Unternehmen gemeinsam mit den Machern von Pur Südtirol, wie kam es dazu?
Mir war es wichtig die Nachfolge zu regeln, da unsere Kinder wohl nicht die Metzgerei übernehmen werden. Unser Sohn arbeitet als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in der Schweiz, unsere Tochter hat sich auf gewaltfreies Hundetraining spezialisiert. Da der regionale Genussmarkt Pur Südtirol seit der ersten Stunde unsere Produkte im Sortiment hat, schien es mir naheliegend dort anzuklopfen. Den beiden Inhabern Günther Hölzl und Ulrich Wallnöfer gefiel die Idee und so kam es, dass wir vor einem Jahr die Holzner GmbH gegründet haben. Ich kümmere mich weiterhin um die Produktion und sie bringen all ihr Know How in Sachen Verwaltung und Marketing ein.

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